Stadtteilbeirat Sternschanze
Protokoll der 130. Sitzung vom 26.11.2025

PDF-Version des Protokolls

Der Beirat ist mit 10 anwesenden Stimmberechtigten beschlussfähig.

Tagesordnung
TOP 01 Anmerkungen zum Protokoll der letzten Sitzung
TOP 02 Berichte
TOP 03 Beteiligungsverfahren Umfeld Sternbrücke (zu Gast: Hr. Tressl vom BA Altona)
TOP 04 Empfehlungen Verkehrskonzept Sternschanze
TOP 05 Antrag an den Verfügungsfonds
TOP 06 Anliegen von Gästen und Mitgliedern
TOP 07 Termine

TOP 01 Anmerkungen zum Protokoll der letzten Sitzung
Es gibt keine Anmerkungen zum Protokoll.

TOP 02 Berichte
Bürgerbeteiligung zur Grundinstandsetzung FloraPark
Der Vorstand berichtet, dass das Bezirksamt Altona beabsichtige, eine Grundinstandsetzung von Wegen und Bepflanzung des Flora Parks durchzuführen. Um möglichst viele Perspektiven einzubeziehen, sei dazu am 28. 11. ein gemeinsamer Spaziergang mit Anwohnenden geplant. Unter anderem aus dessen Ergebnissen soll 2026 in einer weiteren Runde eine erste Planung präsentiert werden, so der Vorstand.

MoPo-Artikel zum Ladensterben in der Sternschanze
Der Beirat habe eine Anfrage der Hamburger Morgenpost bezüglich einer Stellungnahme zur Schließung des Restaurants Olympisches Feuer im Schulterblatt erhalten, teilt der Vorstand mit. Der veröffentlichte Artikel wird von den Anwesenden als insgesamt gelungen beschrieben. Der Tenor des Beitrags, wonach Vermieter stärker in die Verantwortung genommen werden sollten, wird vom Beirat positiv bewertet.

Müllproblematik in der Lerchenstraße
Der Vorstand berichtet erneut über Beschwerden hinsichtlich der erheblichen Vermüllung in der Lerchenstraße. Dort würden Gelbe Säcke laut Anwohnenden erst mit großer Verzögerung abgeholt, was zu Rattenbefall und weiteren Problemen wie auf den Straßen verteiltem Müll nach Beschädigung der Säcke durch Fahrzeuge führe.

Runder Tisch zu Großveranstaltungen in der Innenstadt
Der Stadtteilbeirat wurde eingeladen, an einem nicht öffentlichen Runden Tisch der Beiräte aus Hamburg-Mitte zum Thema Großveranstaltungen rund um das Heiligengeistfeld teilzunehmen. Bei diesem Termin sollen mögliche Entlastungen für die Viertel rund um das Heiligengeistfeld und die Reeperbahn besprochen werden. Ziel sei es, Lenkungsmaßnahmen zu entwickeln, um Verkehrschaos, Müll, übermäßige Emissionen und Overtourism einzudämmen.

TOP 03 Beteiligungsverfahren Umfeld Sternbrücke
Herr Tressl (Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamts Altona) stellt Format und Stand des geplanten Beteiligungsverfahrens für das Umfeld der neuen Sternbrücke ausführlich vor.
Auf Grundlage eines Beschlusses der Bezirksversammlung aus dem Jahr 2024 sei das Bezirksamt beauftragt, ein umfassendes Beteiligungsverfahren zu initiieren, um die frei werdenden/neu entstehenden Flächen um die neue Sternbrücke gemeinsam mit der Öffentlichkeit zu gestalten. Der Start des Verfahrens ist für März oder April 2026 vorgesehen.
Zu Beginn sollen drei öffentliche Veranstaltungen durchgeführt werden, die Raum für eine offene und auch kritische Auseinandersetzung bieten. Die erste Veranstaltung soll hierbei vor allem der Sammlung von Eindrücken, Bewertungen und Erfahrungen dienen, einschließlich der Aufarbeitung der konfliktbelasteten Vorgeschichte.
Aufbauend auf diesen Rückmeldungen sollen bei den weiteren Terminen konkrete Perspektiven und Gestaltungsmöglichkeiten erarbeitet werden, bei Bedarf können zusätzliche Veranstaltungen stattfinden. Externe Expertise könne unterstützend einbezogen werden, so der Gast, ohne dass die Verantwortung für das Verfahren aus der Verwaltung ausgelagert werde.
Im Rahmen der vorbereitenden Analysen wurden verschiedene Flächen auf ihre Eignung
für Zwischennutzungen geprüft, insbesondere die Fläche mit den Gebäuden von Reifen
Helm, das inzwischen im Eigentum der Deutsche Bahn AG (DB) sei und sich für kreative oder gemeinwohlorientierte Nutzungen eignen könnte. Hier ermutigt der Gast die Anwohnenden zum Einbringen vielfältiger, auch utopischer, Ideen. In diesem Zusammenhang kommt das Künstlerhaus Faktor zur Sprache; auch diese Fläche biete sich für eine Umnutzung an, so der Gast.
Hinsichtlich der Brammerfläche führt der Gast aus, da das Projekt Verbindungsbahnentlastungstunnel auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, signalisierte die DB, dass Zwischennutzungen möglicherweise über einen Zeitraum von rund zehn Jahren denkbar seien. Eine verbindliche Entscheidung dazu stehe jedoch noch aus.
Das Bezirksamt Altona, so der Gast, betont insgesamt seine große Offenheit für kreative, breit getragene Nutzungskonzepte. Er hebt hervor, dass solche Konzepte politisch gute Umsetzungschancen hätte. Zugleich wird nochmals darauf hingewiesen, dass der Bezirk aufgrund der rechtlichen Zuständigkeiten von Bund, Land und DB wenig Einfluss auf den Brückenbau selbst hatte und sich nun darauf konzentriere, die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Gestaltung des Umfelds zu schaffen. Positiv hervorgehoben wird außerdem, dass die neue Amtsleitung den Wert eines konstruktiven und
ernst gemeinten Beteiligungsprozesses ausdrücklich unterstützt.

TOP 04 Empfehlung 01 Verkehrskonzept Sternschanze
Der Vorstand stellt die aktuelle Situation zur Verkehrslage im Stadtteil ausführlich dar. In diesem Zusammenhang kommt die Unzufriedenheit bezüglich verfügbarer Parkplätze für Gewerbetreibende, aber auch Anwohnende zur Sprache, welche durch die kontinuierlichen Bauarbeiten in der Sternschanze weiter verknappt werde.
Darüber hinaus wird aus dem Mobilitätsausschuss berichtet, dass der Antrag bezüglich des Verkehrsversuchs und des Modalfilters bei den Fraktionen der Bezirkspolitik keine Mehrheit gefunden habe (siehe Protokoll 10/25). Verschiedene Punkte hätten Einfluss auf diese Entscheidung gehabt, so der Vorstand. Eine Einführung von Tempo 30 auf dem Schulterblatt scheitere derzeit an der Ampelanlage der Kreuzung Schulterblatt/Julius-/Susannenstraße. Die Einrichtung einer Fahrradstraße könnte Tempo 30 zwar ermöglichen, würde jedoch den Wegfall von Parkplätzen mit sich bringen. Auch denkmalsrechtliche Vorgaben erschwerten Anpassungen, beispielsweise in der Susannenstraße, deren Kopfsteinpflaster nicht ohne Weiteres ersetzt werden dürfe.
Im Plenum werden die Möglichkeiten und Gefahren der Fahrradroutenführung diskutiert sowie erneut auf die Problematik durch Autoposer eingegangen.
Der Beirat äußert abschließend die Hoffnung, dass die Bezirksversammlung die zuständigen Behörden. zur Finanzierung notwendiger Maßnahmen auffordere, wie es auch beim Projekt FreiraumOttensen geschehen sei.
Im Anschluss wird der Textentwurf für die Empfehlung zur Abstimmung gestellt.
Abstimmungsergebnis: Ja: 8 Nein: — Enthaltung: 2

TOP 04 Empfehlung 02 Parken in der Schanze
Der Vorstand stellt die erarbeitete Empfehlung vor, wonach in sämtliche Straßen des Stadtteils – mit Ausnahme des Schulterblatts und der Schanzenstraße – die Parkplätze ausschließlich Anwohnenden zur Verfügung stehen sollen. Damit soll der Parkdruck für Anwohnende reduziert und der durch Gäste entstehende Parkplatz-Suchverkehr eingeschränkt werden. in der Schanzenstraße und im Schulterblatt solle es möglich bleiben, auch als Besucher des Stadtteils per Parkticket für maximal 2 Stunden parken zu können. Eine wirksame Umsetzung einer solchen Regelung hänge jedoch maßgeblich von
ausreichenden Kontrollen ab, so der Konsens unter den Anwesenden.
Abstimmungsergebnis: Ja: 8 Nein: — Enthaltung: 2

TOP 05 Antrag an den Verfügungsfonds
Der Vorstand berichtet, dass zur Zeit aufgrund von Änderungen/Rückzahlungen bei den bereits geförderten Projekten noch 950,- € im Verfügungsfonds vorhanden seien. Davon seien 450,- € bei der Abstimmung über Antrag 06|2025 diesem als Restmittel zugesprochen worden. Somit könne aktuell über Fördermittel in Höhe von 500,- € abgestimmt werden.

Bisher gefördert wurden:
Antrag 01|2025 Schanzenzirkus (1.000,- €)
Antrag 02|2025 Deine Schanze und Du (1.000,- €, reduz. auf 500,- €)
Antrag 03|2025 Rosenhofstraßenfest (550,- €)
Antrag 04|2025 Futur IX Festival (1.000,- €)
Antrag 05|2025 Beckstraßenfest (550,- €)
Antrag 06|2025 Kurdisches Filmfestival (450,- € + Option 450,-€)

Antrag 07|2025 Banner zur Erinnerung an Deportationen aus dem Schanzenviertel
Holger Artus, der in der Sitzung 10/25 bereits die Kundgebung zur Erinnerung an die Deportationen vom neu bekanntgewordenem Standort am ehemaligen Viehgroßmarkt vorgestellt hatte, beantragt für diese Gedenkveranstaltung 250,- € als Zuschuss für Druckkosten für ein Banner, das an der Ecke
Schanzenstraße/Lagerstraße aufgehängt werden soll.
Abstimmungsergebnis: Ja: 10 Nein: — Enthaltung: —

Antrag 08|2025 Schanzensaat
Die Stadtteilinitiative Schanzensaat stellt ihre Arbeit vor und beantragt für die Anschaffung neuer Gerätschaften die Restmittel aus dem Verfügungsfonds in Höhe von 250,- €.
Abstimmungsergebnis: Ja: 9 Nein: — Enthaltung: 1

TOP 08 Anliegen von Gästen und Mitgliedern
Informationen zum Quartiersfonds
Der Vorstand berichtet, dass die Vergabe der Mittel des Quartiersfonds Altona derzeit laufe. Bei der Antragstellung durch den Standpunkt.Schanze e.V. für den Stadtteilbeirat Sternschanze habe man eine Erhöhung des Verfügungsfonds von bislang 5.000 Euro auf 8.000 Euro beantragt, um die steigende Nachfrage adäquat decken zu können.

Wohnraumschutz – Lerchenstraße 108/110
Die Gebäude in der Lerchenstraße 108 und 110 wurden verkauft und stehen inzwischen leer, so ein Gast des Beirats. Außerdem wurden bereits Böden und Wände entfernt — seines Wissens nach ohne Genehmigung, führt dieser weiter aus.
Der neue Eigentümer sei bekannt für das Vermieten von Luxusunterkünften, man befürchte nun eine Zweckentfremdung des Wohnraums. Die Situation wird diskutiert und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Verkehrsprobleme Schanzenstraße
Ein Mitglied des Beirats berichtet, dass in der Schanzenstraße zwischen der Kreuzung Altonaer Straße und der Sternbrücke regelmäßig Fahrzeuge in zweiter Reihe auf der Fahrbahn parkten, um das gastronomische Angebot dort zu nutzen, was zu gefährlichen Situationen führe. Herr Stamm (Vertreter des PK 16) sagt zu, die Problematik im Hause weiterzugeben. Allerdings handele es sich oft um kurzes Parken, so daß eine angeforderte Funkstreife der Wache PK 16 vermutlich die gemeldeten Falschparker nicht mehr vorfinden würde. Effektiver sei wahrscheinlich eine stärkere Überprüfung dieses Bereiches
durch das Überwachungspersonal des Landesbetriebs Verkehr (LBV).

Erschwerter Zugang zum Gelände des SC Sternschanze
Ein Gast vom Verein SC Sternschanze erläutert, dass der Zugang zum Vereinsgelände durch die Baueinrichtungsfläche der DB für die Schanzenbrücke stark eingeschränkt sei und besonders barrierearm kaum erreicht werden könne. Dies stellt insbesondere für die rund 680 im Verein aktiven Kinder ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da sich die Wegeführung gerade in der dunklen Jahreszeit als gefährlich erweise. Der Verein bemängelt zudem, dass es keinerlei frühzeitige Abstimmung seitens der DB gab, obwohl diese vor Baubeginn zugesagt hatte, es würde immer einen sicheren Zugang zum
Vereinsgelände geben. Der Vorstand empfiehlt einen persönlichen Besuch bei den Bürocontainern der DB oder die Kontaktaufnahme über den Baubriefkasten für eine schnelle Kontaktaufnahme.

Mietrechtliche Hinweise Rosenhofstraße 13
Ein Mitglied des Beirats (Vertreter von Mieter helfen Mietern) informiert darüber, dass in der
Rosenhofstraße 13 derzeit Verfahren zu Mieterhöhungen laufen. Betroffenen werden dringend geraten, nichts ungeprüft zu unterschreiben und stattdessen rechtlichen Rat einzuholen.

TOP 07 Termine

Wann? Was? Wo?
08.12. 17:00 Uhr Kundgebung zur Erinnerung an Deportationen aus dem Schanzenviertel Ecke Schanzenstraße/
Lagerstraße
08.12. 18:00 Uhr Ausschuss für Wirtschaft, Klima und Verbraucherschutz (WKV) Rathaus Altona,
Kollegiensaal
28.01.2026
19:30 Uhr
nächste Beiratssitzung JesusCenter,
Schulterblatt 63

 

Protokoll vom 22.01.2026
erstellt vom Standpunkt.Schanze e.V
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