Der Beirat ist mit neun stimmberechtigten Mitgliedern beschlussfähig.
Tagesordnung
TOP 01 Anmerkungen zum Protokoll der letzten Sitzung
TOP 02 Was bedeutet Olympia für die Schanze?
TOP 03 Berichte
TOP 04 Anträge an den Verfügungsfonds
TOP 05 Anliegen von Gästen und Mitgliedern
TOP 06 Termine
TOP 01 Anmerkungen zum Protokoll
Es liegen keine Anmerkungen zum Protokoll vor.
TOP 02 Was bedeutet Olympia für die Schanze?
Am 31.5. findet das Olympia-Referendum statt. Die wahlberechtigte Bevölkerung in Hamburg ist aufgerufen, darüber abzustimmen, ob sich die Stadt für die Austragung der Olympischen und Paraolympischen Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewerben soll.
Dazu begrüßt der Beirat Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli, der als öffentlicher Repräsentant die Bewerbung unterstützt und Florian Kasiske von NOlympia, einer Initiative, die die Bewerbung ablehnt. Im Wechsel trugen die beiden Gäste zunächst ihre Argumente für beziehungsweise gegen eine Bewerbung vor, zeigten Chancen und Risiken auf. Der Fokus lag dabei jeweils auf den Auswirkungen für den Stadtteil Sternschanze.
Die Schanze wäre nach aktueller Planung durch ihre Nähe zu verschiedenen Austragungsorten zahlreicher Sportarten unmittelbar betroffen: Das Gelände der Messe Hamburg ist für mindestens 9 Sportarten vorgesehen, mindestens 2 weitere sollen im Congress Center Hamburg CCH abgehalten werden und das Heiliggeistfeld soll neben Wettkampfstätten auch die „Active City Arena“ und die zentrale Fanzone „Active City Village“ mit Sport, Public Viewing und kulturellen Veranstaltungen beherbergen.
Herr Kasiske befürchtet für die Sternschanze während der Spiele einen wochenlangen Ausnahmezustand mit hoher Polizeipräsenz und zahlreichen Sperrungen. Schon im Vorfeld sei mit der Vertreibung von Obdachlosen zu rechnen (hier wird als Beispiel das Vorgehen der Stadt Paris während der dortigen olympischen Spiele angeführt); auch könne die Räumung der Roten Flora erneut diskutiert werden.
Herr Göttlich verweist hingegen darauf, dass für die Spiele von 2036, 2040, 2044 noch kein Sicherheitskonzept vorliege und daher noch keine Aussagen dazu gemacht werden könnten, wie eine Trennung naher Sportstätten wie des Millerntorstadions gestaltet würde.
Vereinssportanlagen, so die Pro Olympia Aussage, könnten erheblich von einem Zuschlag profitieren, allein im Bezirk Mitte könnten zehn Sportanlagen saniert werden. Schulsportanlagen seien allerdings nicht beteiligt.
Überlegt würde eine begrenzte Anzahl vergünstigter Tickets für die HamburgerInnen, Genaueres sei aber noch nicht bekannt.
Das Konzept verfolge das Ziel kurzer Wege für die BesucherInnen. Ein Shuttle-Service auf Sonderfahrspuren solle vermieden werden, wichtige Verkehrsinfrastrukturprojekte könnten mithilfe von Olympia-Mitteln gefördert und früher verwirklicht werden.
Herr Kasiske verweist hingegen darauf, dass Shuttles auf Busspuren auch ohne sogenannte „Olympic Lanes“ zu erheblichen Verzögerungen beitragen würden. Hamburg müsse zudem für Sommerspiele bei großem finanziellem Risiko einen hohen Eigenanteil leisten. Großveranstaltungen mit vielen Fluggästen wie Olympia seien zudem nicht klimaneutral, egal wo sie stattfänden.
Herr Göttlich sieht das Konzept hingegen als nachhaltig an, da Sanierung vor Neubau gehe, die Verkehrstransformation befördert werden solle und mit dem „Olympischen Band“ neue Grünkorridore in der Stadt geschaffen werden sollen. Erfahrungen aus anderen Städten zeigten zudem eine Förderung des Tourismus durch olympische Spiele.
Herr Kasiske sieht hier ein langfristiges Problem für die bereits überlaufene Sternschanze, auch wenn während der Spiele nicht unbedingt mehr, sondern vermutlich vor allem andere TouristInnen kämen.
Beide Vortragende sehen vor dem Hintergrund der Entwicklung früherer Austragungsorte einen erhöhten Mietpreisdruck in Folge von Olympia als Problem für Hamburg an.
Ein Beiratsmitglied ergänzt, dass es bereits jetzt zu wenige BehördenmitarbeiterInnen im Bezirksamt gäbe, um unerlaubte Nutzungen zum Beispiel über AirB‘n‘B in der Sternschanze zu überwachen.
Herr Kasiske hält die Versprechen des Senates zusammengefasst für unglaubwürdig, schon jetzt würde mit hohem Werbeaufwand einseitig informiert und GegnerInnen in die Ecke gedrängt. Kämen die Spiele nach Hamburg, würden die BürgerInnen dann nicht mehr gehört werden.
Herr Göttlich räumt ein, dass die hohe finanzielle und personelle Belastung der Bewerbung ein Risiko für Hamburg darstelle und es keine Garantie für künftige politische Entwicklungen gebe. Auch das IOC sei zu kritisieren, bleibe aber verbesserungsfähig. Um so wichtiger sei es, dass Olympia in einem demokratischen Land wie Deutschland stattfinde, das im Übrigen eine gute Chance habe, den Zuschlag zu erhalten.
Der Beirat bedankt sich bei den beiden Vortragenden für ihr Engagement und bei den Anwesenden für die faire und sachliche Diskussion.
Der Vorstand ruft dazu auf, in jeden Falle seine Stimme beim Referendum abzugeben — unabhängig von der jeweiligen persönlichen Meinung — um die Gelegenheit zu nutzen, auf demokratische Weise eine politische Entscheidung zu treffen. Man wünsche sich eine hohe Wahlbeteiligung.
TOP 03 Berichte
Müll in der Sternschanze
In der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Klima- und Verbraucherschutz (WKV) am 13.04.26 wurde von einem Anwohner der Sternschanze eine Eingabe zur Situation der Vermüllung im Stadtteil vorgebracht. Der Vorstand hatte nun den Anwohner eingeladen, seine Eingabe und Lösungsvorschläge auch im Stadtteilbeirat vorzutragen.
Zu den Ideen zählten unter anderem wesentlich mehr Abfallbehälter, zusätzliche bedarfsabhängige Leerungen auch in der Nacht und mehr öffentliche Toiletten sowie die Berücksichtigung des Verursacherprinzips, da die Verunreinigungen der öffentlichen Flächen in erster Linie durch Kunden der ansässigen Gewerbebetriebe verursacht werden. Eine Umgestaltung der Straßen könne mehr Raum für Entsorgung schaffen.
Der Anwohner verwies auf bereits erprobte Lösungen in anderen Städten, wie etwa lokale Pfand-Systeme und Glasflaschen-Verbotszonen in von ähnlichen Problemen betroffenen Gebieten.
Die FDP-Fraktion in Altona hat die Forderung in Teilen aufgegriffen und für die Sitzung der Bezirksversammlung (BV) am 23.04.2026 einen Antrag dazu gestellt. Der Antrag wurde zwischenzeitlich von der BV zur Behandlung in der nächsten Sitzung des WKV-Ausschusses überwiesen.
Runder Tisch Sternschanze
Der Vorstand berichtet, dass die 3. Veranstaltung des Runden Tisches Sternschanze am 28.4.2026 stattfinden wird. Die Einladungen an die Teilnehmenden erfolgen seitens des Bezirksamts.
Nachtbeauftragter für die Sternschanze
Wie bereits in der letzten Beiratssitzung angekündigt, wurde die Stelle eines Nachtbeauftragten besetzt. Das im Jahr 2025 bereits im Bezirk Mitte für Teile von St. Pauli erfolgreich erprobte Konzept des Teams um den Nachtbeauftragten Sascha Bartz dient in Problemsituationen zwischen Anwohnenden und Gastronomie- und Kiosk-Gewerbe und deren Kunden als neutraler Ansprechpartner für alle Beteiligten.
Dabei steht die persönliche Erreichbarkeit des Teams und die niedrigschwellige Vermittlung in Konfliktsituationen im Vordergrund einer zeitnahen und nachhaltigen Lösung der Probleme.
Die Ergebnisse aus St. Pauli zeigen, dass ein Großteil der Konflikte bereits durch die Vermittlungen geklärt werden konnte und die wenigen Fälle, in denen dies nicht auf diesem Weg gelang, durch konsequente behördliche Maßnahmen abgestellt werden konnten.
Voraussichtlich im Mai oder Juni wird der Nachtbeauftragte seine Arbeit im Beirat vorstellen. Ein Informationsschreiben des Nachtbeauftragten wird zurzeit im Viertel verteilt.
Es ist außerdem auf der Seite des Standpunkt.Schanze e.V. unter https://tinyurl.com/4y9n55vk abrufbar.
Verkehrsführung Schulterblatt
Unter Berücksichtigung der Empfehlung des Beirates (Empfehlung 02/2025 „Verkehrsentlastung Sternschanze“) hat die Fraktion GRÜNE einen Beschluss der Bezirksversammlung Drs. 22-1397.3 zur Temporeduzierung am Schulterblatt bewirkt. Dazu liegt nun eine Antwort der Behörde für Mobilitätswende und Verkehr vor. Die BVM hat keine Einwände gegen die Einrichtung einer Tempo 30 Zone oder eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs mit Tempo 20 auf dem Schulterblatt zwischen
Altonaer Straße und Neuem Pferdemarkt. Da das Schulterblatt eine sogenannte Bezirksstraße mit gesamtstädtischer Bedeutung ist, sei der Bezirk für Planung und Ausbau verantwortlich. Von der Innenbehörde liegt noch keine Stellungnahme vor.
Vermüllung vor dem Eingang Schanzenstraße der Ganztagsgrundschule
Der Elternrat der Ganztagsgrundschule Sternschanze hat eine Beschwerde über den Gewerbemüll vor der Schule beim Bezirksamt eingereicht, der für die SchülerInnen eine Zumutung und potenzielle Gefährdung darstelle.
Wechsel im Vorstand des Standpunkt.Schanze e.V.
Der Verein Standpunkt.Schanze e.V., der Träger des Stadtteilbeirats Sternschanze, hat einen neuen Vorstand gewählt. Neuer Vorsitzender ist Tim Warnhoff, zweite Vorsitzende ist Cornelia Templin. Als BeisitzerInnen wurden Zübeyde Arslantas, Jochen Rolcke und Holger Sülberg gewählt. Matthias Apostolidis wurde als Kassenprüfer sowie Ray Nher als Geschäftsführer bestätigt.
TOP 04 Antrag an den Verfügungsfonds
Der Vorstand berichtet, zur Zeit seien im Verfügungsfonds noch Mittel in Höhe von 3.000,- € für das erste Halbjahr 2026 sowie in Höhe von 4.000,-€ für das zweite Halbjahr vorhanden.
Antrag 02|2026 JesusCenter Nachbarschaftsfest
Der Antrag des Jesuscenter e.V. auf Bewilligung von 750,- € als Beitrag für ein Familien- und Kinderfest im Rahmen des Jubiläums „20 Jahre Wellcome Standort“ wurde erneut beraten. Die Entscheidung über den Antrag war vertagt worden, um einem Vertreter der Dock1 Kirche die Gelegenheit zu geben, seine Gemeinde vorzustellen. Jesuscenter und Dock1 hatten geplant, ihre Nachbarschaftsfeste zusammenzulegen.
Die beiden Veranstalter betonten, ihr Fest sei ausdrücklich als offene Veranstaltung für die
Nachbarschaft geplant und die ursprünglich angedachte Verlängerung in die Abendstunden mit Musik im Freien vom Tisch, da man gerne auf die Anwohnenden Rücksicht nehmen werde.
Der Antrag wird mit sieben Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen angenommen.
TOP 05 Anliegen von Gästen und Mitgliedern
Gedenkaktion am 8. Mai
Der SC Sternschanze und Anwohnende der Rosenhofstraße planen für den 8.5. und das darauffolgende Wochenende zum Gedenken an die Befreiung vom Nationalsozialismus Aktionen mit Plakaten und Transparenten in der Straße und am Vereinsgelände.
Weiterhin nächtlicher Lärm im Sternschanzenpark
Das an den Sternschanzenpark grenzende Wohnprojekt Womms berichtet erneut von fortgesetzten erheblichen nächtlichen Lärmbelastungen durch Tischtennisspielende im Park. Seit etwa 4 Jahren halte sich dort nachts eine Gruppe Tischtennisspieler auf, die mit akku-betriebener Beleuchtung und größeren Lautsprecher-Boxen die Umgebung bis in die Morgenstunden mit lauter Techno-Musik beschalle, so dass Anwohnende nicht schlafen können.
Da diese Gruppe seit Jahren auf die wiederholten persönlichen Gesprächsangebote der Anwohnenden unkooperativ und zunehmend aggressiv reagiert, sind die Anwohnenden seit kurzem dazu übergangen die Polizei zu informieren. Doch auch dies habe bisher keine Abhilfe geschaffen. Nach Abzug der Streifenwagen liefen die Ruhestörungen im vorherigen Maß weiter.
Der anwesende Vertreter des zuständigen Polizei Kommissariats PK 16 erklärte, wie wichtig das richtige Vorgehen im Fall von Ruhestörungen ist:
Beim ersten Einschreiten der Polizei werden die Ruhestörer lediglich ermahnt und auf ihr Fehlverhalten hingewiesen. Zeigen sie sich einigermaßen einsichtig, geht die Polizei von deren Einsicht und dem Ende der Störungen aus. Wenn die Ruhestörung aber danach fortgesetzt wird, ist es entscheidend, dass die Polizei darüber informiert wird. Der Beamte machte deutlich, dass bei erneuter Beschwerde die Ruhestörung durch die Polizei konsequent durch Platzverweise und/oder beispielsweise Sicherstellung der Abspielgeräte beendet wird. Niemand solle sich von daher scheuen, die Polizei ein weiteres Mal anzurufen und zu informieren, da die Situation anders nicht zu lösen sei.
Das Wohnprojekt möchte in der kommenden Sitzung des Grünausschusses das Versetzen der Tischtennisplatten vorschlagen. Für geeignet wird die Fläche neben der Meßstation des Luftmessnetzes Hamburg im Sternschanzenpark gehalten.
Der Verein Höllenhunde e.V. schlägt stattdessen eine Verlagerung auf Flächen oberhalb der
Veranstaltungsfläche im hinteren Teil des Parks vor (wo sich bereits in der Vergangenheit
Tischtennisplatten befanden), da dort keine weiteren Flächen versiegelt werden müssten und die Wohnbebauung weit entfernt liege.
Der Vorstand beantragt aufgrund der kurzen Zeitspanne bis zur Ausschusssitzung, stellvertretend für den Beirat eine Empfehlung zu formulieren, die eine Verlegung der Tischtennisplatten unterstützt, den neuen Standort aber offen lässt.
Der Beirat stimmt dem Vorgehen mit acht Ja-Stimmen einstimmig zu.
TOP 06 Termine
| Wann? | Was? | Wo? |
| 04.05. 19:00 Uhr | 1. Umfeldbeteiligung Sternbrücke | Ganztagsgrundschule Sternschanze |
| 08.05. 18:00 Uhr | Auf die Straße zum Tag der Befreiung vom Nazi-Faschismus | Rosenhofstraße |
| 11.05. 18:00 Uhr | Ausschuss für Wirtschaft, Klima und Verbraucherschutz (WKV) | Rathaus Altona, Kollegiensaal |
| 23.05. | Schanzenfest | Sternschanze |
| 27.05. 19:30 Uhr | nächste Beiratssitzung | JesusCenter, Schulterblatt 63 |
Protokoll vom 15.05.2026
erstellt vom Standpunkt.Schanze e.V.